|
Informationen zur Eingewöhnungszeit
Die Frage, wie lange ein Kind zur Eingewöhnung in seine neue Umgebung, die Tagesfamilie, benötigt, läßt sich nicht pauschal beantworten. Vielfach reichen bei intensiver Eingewöhnung 2 - 3 Wochen.
Dreitägige Grundphase: Ein Elternteil kommt drei Tage lang mit dem Kind zur Tagesmutter, bleibt ca. 1 - 2 Stunden und geht dann mit dem Kind wieder. In den ersten 3 Tagen findet kein Trennungsversuch statt. Der Elternteil verhält sich passiv, schenkt aber dem Kind volle Aufmerksamkeit - der Elternteil als sichere Basis. Die Tagesmutter nimmt vorsichtig Kontakt auf und beobachtet die Situation.
Erster Trennungsversuch: Der Elternteil kommt am vierten Tag mit dem Kind und verabschiedet sich nach einigen Minuten klar und eindeutig für ca. 30 Minuten, bleibt aber in der Nähe.
Bleibt das Kind gelassen oder weint und läßt sich jedoch rasch von der Tagesmutter trösten und beruhigen, dann kann die Trennungszeit ausgedehnt werden. Erste Beteiligung beim Füttern und Wickeln ist möglich. Beobachtung der Reaktionen des Kindes. Der Elternteil ist jederzeit über Handy erreichbar.
Läßt sich das Kind beim ersten Trennungsversuch nach einigen Minuten nicht trösten bzw. fängt ohne ersichtlichen Anlaß wieder an zu weinen, wird die Eingewöhnung wie in der Grundphase weitergeführt. Ein erneuter Trennungsversuch findet frühestens am 7. Tag statt. Je nach Reaktion des Kindes Ausdehnung der Trennungszeit oder längere Eingewöhnungszeit.
Wichtig ist es, das Kind nicht zu drängen.
Das Kind gibt die Zeit vor, die es zur Eingewöhnung benötigt!
Ob sich Ihr Kind von Ihnen trennen kann, hängt zum Großteil auch von Ihrer Einstellung, Ihrer Sicherheit und dem Vertrauen zur Tagesmutter ab. Ihr Kind beobachtet die von Ihnen ausgesandten Signale genau. Ein Kind löst sich leichter von einem fröhlichen, lachenden und optimistischen Elternteil als von einem ängstlich und unsicher wirkenden. Verabschieden Sie sich in jedem Fall von Ihrem Kind! Stehlen Sie sich nicht heimlich davon, dies würde das Vertrauen des Kindes in Sie gefährden. Nach einer solchen Erfahrung würde sich das Kind beim nächsten Mal ängstlich an Sie klammern, um Ihr unbemerktes Verschwinden zu verhindern. Dehnen Sie den Abschied aber auch nicht aus - hierdurch signalisieren Sie Unsicherheit und provozieren dementsprechende Reaktionen Ihres Kindes. Beginnen Sie nach Möglichkeit mit der Eingewöhnung, aber vor allem mit der regelmäßigen Betreuung nie kurz vor einem Urlaub der Tages- oder Ihrer eigenen Familie. Ihr Kind würde dadurch verunsichert, eine zweite Eingewöhnungsphase wäre erforderlich. Vermeiden Sie den Beginn der Eingewöhnung und Fremdbetreuung, wenn sich in Ihrer Familie gerade etwas Wesentliches verändert hat, z.B. Umzug, Geburt eines Geschwisters, Verlust einer Bezugsperson.
|